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Daten im Internet löschen


Daten im Internet löschen

Wie Lösche ich meine Daten aus dem Internet?

Das Internet vergisst nur schwer. Einmal im Netz sind persönliche Daten nicht so leicht wieder zu entfernen. Aber es geht. Hier lesen Sie, wie sie unliebsame Einträge dauerhaft aus dem WWW löschen. Das »Reputation Management« wird auch immer wichtiger für Unternehmen. Ist eine falsche oder destruktive Information einmal im weltweiten Netz, ist sie nicht mehr so leicht zu entfernen. Wir zeigen, welche Schritte für das Datenlöschen im Internet erforderlich sind.

Politiker und Verbraucherschützer fordern schon länger ein Recht auf Vergessen (Löschen) für personenbezogene Daten im Internet. Viel schlimmer ist jedoch, dass auch wirtschaftlich relevante Themen häufig »aus Versehen« (und manchmal z.B. von einem Konkurrenten absichtlich) offengelegt sind. Das Problem, Daten aus dem Netz zu löschen, besteht bei jeder Information im Web.

Grundsätzlich: Egal welche Daten: Nicht vorschnell ins Internet

Beispiel: Endlich steht das neue Angebot vor der Markteinführung. Wenn Werbeflyer gedruckt werden sollen, sieht sich der Produktmanager die Bilder immer nochmals genau an. Die E-Mail an den Webmaster mit den Bilddateien schickt er dagegen ohne langes Zögern ab. Sollte sich später herausstellen, dass die Bilder (auf der eigenen Webpräsenz) geändert werden müssen, kann dies ja in dem neuen Content-Management-System (CMS) mit wenigen Klicks erledigt werden.

Doch der Produktmanager sollte die Freigabe zur Online-Veröffentlichung noch genauer prüfen als die Druckfreigabe. Das Löschen von Online-Inhalten im CMS und auf dem eigenen Webserver ist zwar tatsächlich kein Problem, dafür aber das Löschen einmal veröffentlichter Daten im Internet. Soll später das Produktbild wegen eines Fehlers wieder aus dem Netz genommen werden, ist es für ein einfaches Löschen auf Knopfdruck meist schon zu spät.

Einmal online, immer online, das Netz vergisst nichts

Das Internet vergisst nichts, so mahnen Verbraucherschützer vor einer vorschnellen Veröffentlichung persönlicher Details in sozialen Netzwerken oder Tagebüchern (sog. Blogs). Diese Mahnung gilt aber nicht nur für personenbezogene Daten, sondern für jeden Online-Inhalt im weltweiten Netz. Wenn eine Internetsuchmaschine das neue Produktbild bereits in ihren Datenbestand aufgenommen hat, bleibt eine Kopie im Cache der Suchmaschine erhalten, auch wenn die Bilddatei auf dem eigenen Webserver bereits gelöscht ist.

Ein rufschädigendes Foto in sozialen Netzwerken, das den Betroffenen in ungünstiger Pose zeigt, wurde zwar vom Betreiber der Seite entfernt, war aber trotzdem noch über Wochen im Netz auffindbar. Und machen Sie sich nichts vor: aktuell benutzt jeder Personalverantwortliche auch diese Kanäle, um mehr über den Bewerber herauszufinden! Ein Grund hierfür: Im Zwischenspeicher (Cache) von Suchmaschinen wie Google bleiben die Einträge abrufbar – auch wenn sie von der betreffenden Website gelöscht wurden. Die Suchmaschinen sind aber nur ein Grund, wieso das Netz Daten für die Ewigkeit aufsaugt. Die Informationen können einfach weltweit abgerufen, beliebig kopiert, kombiniert, verändert und wieder veröffentlicht werden.

Und damit nicht genug, halten Webprojekte wie die "Wayback Machine" von Internet Archive komplette Webseiten in ihrem Archiv vor, auch wenn diese schon seit langem nicht mehr online sind. Wenn zudem die Webseite ihren Besuchern Newsfeeds wie RSS (Really Simple Syndication) anbietet und die Änderung der Webseite bereits an die Newsfeed-Abonnenten übertragen wurde, ist die Mitteilung über die Änderung genauso wenig zurückholbar wie eine bereits verschickte E-Mail.


Alle Speicherorte im Netz finden

Wer von sich unliebsame Daten im Internet findet und diese entfernen möchte, muss bei der Veröffentlichungsquelle ansetzen. Der Betreiber der Homepage (auch Webmaster) besitzt die Kontrolle darüber, was seine Seite zeigt. Meist genügt ein Blick ins Impressum, um Namen, Anschrift und Mail-Adresse des Verantwortlich herauszufinden. Ohne vorhandenes Impressum kann man den Betreiber über die URL (die Internetadresse) suchen. Die Suchmaske bei einer Registrierungsstelle (z.B. Denic.de für alle ".de" Domains) für Internetadressen wie hilft weiter.

Bedacht werden muss auch, dass die Änderung der eigenen Webseiten aktiv von anderen Online-Anbietern beobachtet wird. Unter Umständen hat ein Webshop-Betreiber bereits das neue Produktbild aus dem Download-Bereich heruntergeladen und in seinem Shop-System gespeichert. Vielleicht wurde auch bereits in einem Online-Medium über das neue Produkt berichtet und das fehlerhafte Pressebild veröffentlicht.

Wo überall das Produktbild im Internet gespeichert ist, prüft man am besten mit einer Bildersuche der führenden Internetsuchmaschinen. Neben der Suche nach dem Dateinamen lässt sich hier auch mit der erweiterten Bildersuche gezielt nach den speziellen Bildeigenschaften fahnden.

Daten wieder löschen lassen

Um Änderungen an Webseiten Dritter vornehmen zu lassen, kommt man an der Kontaktaufnahme mit dem jeweils zuständigen Webmaster oder Redakteur nicht vorbei. Die Kopien in den Suchmaschinen-Caches und Webarchiven hingegen kann man automatisch verhindern. Internet Archive zum Beispiel ermöglicht es, die eigene Webseite aus der Archivierung heraus zu nehmen. Dazu ändert man einfach die Datei robots.txt (Robots Exclusion Standard) in dem Hauptverzeichnis (Root) des Webservers. Die Datei robots.txt muss insbesondere enthalten

User-agent: ia_archiver Disallow: /

Dies blockiert nicht nur die weitere Durchsuchung und Archivierung der Webseite durch die Wayback Machine, sondern entfernt auch die bestehenden Einträge im Archiv.

Bei Veröffentlichungen auf Fremden Seiten hilft oft die einfachste Variante, dem Betreiber eine Mail zu schreiben und ihn darin zu bitten, den problematischen Inhalt von der Seite zu entfernen. Wichtig: die URL und den Inhalt genau angeben. Falls der Betreiber der Aufforderung nicht nachkommt, gibt es die Möglichkeit einer Beschwerde. In dieser Aufforderung zur Datenlöschung wird der Webmaster darauf hingewiesen, dass er nach dem Recht verpflichtet ist, den Inhalt zu löschen.

Anweisungen für Suchmaschinen

Wenn man vermeiden will, dass Suchmaschinen die eigenen Webseiten und die enthaltenen Daten zwischenspeichern und dadurch unter Umständen fehlerhafte Daten auch nach der eigentlichen Löschung noch vorhalten, muss man den Webseiten einen speziellen Meta-Tag mitgeben:

  1. <META NAME=”ROBOTS” CONTENT=”NOARCHIVE”>

Wenn Inhalte, die einmal auf der Webseite standen, möglichst umgehend aus dem Index von Google und anderen Suchmaschinen gelöscht werden sollen, kann man die Entfernung aus dem Index beantragen. Allerdings muss man dies bei jeder einzelnen Suchmaschine machen und nicht etwa nur bei einer. Google zum Beispiel bietet ein spezielles Tool zur Entfernung einer URL (Internetadresse) aus dem Google-Index:

www.google.de/remove.html.

Schnell veröffentlicht, kaum noch zu löschen

Informationen, die dank CMS auf Knopfdruck im Internet landen, sind also nur mit großem Aufwand wieder aus dem Netz zu fischen. Wegen der Dynamik des Internets und der schnellen Verbreitung von Online-Informationen kann man nicht sicher sein, wirklich alle Spuren fehlerhafter Informationen aus dem Netz getilgt zu haben.

Da hilft auch kein von verschiedenen Politikern beschworener digitaler Radiergummi wie X-pire. Statt der Löschung von Daten sieht dieses Projekt ein Verfallsdatum vor, ab dem die Bilddaten im Netz nur noch verschlüsselt vorliegen. Mögliche Kopien oder Screenshots der Bilder vor Ablauf des Verfallsdatums können solche Projekte aber nicht verhindern.

Wirklich helfen kann nur eine genaue Prüfung und Freigabe vor jeder Online-Veröffentlichung. Ein Einstampfen wie bei bereits gedruckten, fehlerhaften Werbeflyer ist eben nicht möglich.


Dienste und Programme

Hier kann man nur sagen: dieses Thema ist so individuell und komplex, dass es kein Automatismus vermag, dieses Problem zu lösen. Egal, welche versprechen Ihnen ein entsprechendes programm auch macht: Es wird immer jede Menge Handarbeit auf Sie zukommen. Mitlerweile gibt es auch Agenturen, die sich mit dem Löschen von personenbezogenen Daten aus dem Internet beschäftigen. Die Kosten hierfür sind wohl auch nicht vorhersehbar, da sich dies je nach Aufwand gestaltet.

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